Breitenfelder Kirchenbauverein

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Breitenfelder Kirchenbauverein


Verein
Name Breitenfelder Kirchenbauverein
Entstehung in den späten 1830er Jahren; ein Spendenaufruf ist 1839 belegt
Anreger Karl Georg Gaber
Ziel Errichtung einer Kirche in Breitenfeld als Gedächtniskirche für Kaiser Franz I.
Protektorat / Förderung Kaiserinwitwe Karolina Augusta
Ergebnis Verwirklichung des Kirchenbaus erst in den 1890er Jahren; Weihe der Breitenfelder Kirche 1898

Der Breitenfelder Kirchenbauverein war jene Vereinigung, die den Bau einer eigenen Kirche für Breitenfeld vorbereiten und finanzieren sollte. Angeregt wurde das Vorhaben vom Breitenfelder Grundrichter Karl Georg Gaber. Nach dem Tod Kaiser Franz’ I. im Jahr 1835 entstand der Plan, auf dem Breitenfeld eine Gedächtniskirche für den Kaiser zu errichten. Damit verband Gaber zugleich das praktische Ziel, für den wachsenden Vorort endlich eine eigene Kirche zu erhalten.[1][2][3]

Geschichte

Der größere Platz auf dem Breitenfeld, der spätere Bennoplatz, war schon früh als möglicher Kirchenplatz ins Auge gefasst worden. Nach dem Tod Franz’ I. wandte sich Karl Gaber an Kaiserinwitwe Karolina Augusta, die bereits 1835 einen bedeutenden Geldbetrag für das Projekt zusagte. In den folgenden Jahren wurde um die Genehmigung für den Bau einer Denkmalskirche und für die Gründung eines Vereins zur Beschaffung des erforderlichen Kapitals angesucht.[4][5]

Der Kirchenbauverein ist für 1839 jedenfalls greifbar; aus diesem Jahr ist ein gedruckter Aufruf des Vereins überliefert. Durch die groß angelegte Spendensammlung konnten in relativ kurzer Zeit beträchtliche Mittel zusammengebracht werden. Trotzdem verzögerte sich die Ausführung immer wieder, weil Zuständigkeiten, Bauplatzfragen und die mangelnde Unterstützung durch kirchliche und grundherrschaftliche Stellen das Projekt hemmten.[6][7]

Im Lauf des 19. Jahrhunderts wurden mehrere Standorte und Entwürfe diskutiert. Zeitweise war sogar vorgesehen, die Kirche am Bennoplatz zu errichten; später wurden andere Plätze vorgeschlagen. Erst in den 1880er Jahren kam es zu einer endgültigen Lösung. 1886 wurde ein Wettbewerb ausgeschrieben, 1887 das Projekt von Alexander Wielemans genehmigt, 1894 der Grundstein gelegt und 1898 die Breitenfelder Kirche geweiht.[8][9][10]

Bedeutung

Der Breitenfelder Kirchenbauverein ist ein gutes Beispiel dafür, wie im 19. Jahrhundert lokale Initiativen, dynastische Erinnerungskultur und kirchliche Bauprojekte ineinandergriffen. Die geplante Gedächtniskirche für Franz I. war nicht nur ein Ausdruck der Verehrung für den verstorbenen Kaiser, sondern auch ein Mittel, um für einen rasch wachsenden Vorort eine eigene Pfarrkirche durchzusetzen.[11][12]

Zugleich zeigt die Geschichte des Vereins, wie langwierig solche Projekte sein konnten. Zwischen der ersten Initiative nach 1835 und der tatsächlichen Vollendung der Kirche lagen mehr als sechs Jahrzehnte. Die Breitenfelder Kirche ist damit auch ein gebautes Zeugnis jener erstaunlich langen Vorgeschichte.[13][14]

Vorkommen in CityABC

Für CityABC ist der Breitenfelder Kirchenbauverein vor allem im Zusammenhang mit der Breitenfelder Kirche, dem Uhlplatz beziehungsweise dem früher diskutierten Bennoplatz und mit Karl Georg Gaber interessant. Das Thema verbindet Bezirksgeschichte, Kirchengeschichte und Erinnerungskultur des 19. Jahrhunderts.[15][16][17]

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Quellen