Budapester Orpheumgesellschaft
| Bühne | |
|---|---|
| Name | Budapester Orpheumgesellschaft |
| Gründung | 1889 |
| Gründer | Bernhard Mathias Lautzky |
| Früher künstlerischer Leiter | Josef Modl (1889 bis etwa Anfang 1890) |
| Profil | Kleinbühne für jüdische Jargonpossen, artistische Nummern, Kabarett und Varieté |
| Eigene Spielstätte | ab 1913 im Fürstenhof, 2., Praterstraße 25 |
| Auflösung | 1919 |
Die Budapester Orpheumgesellschaft war eine der prägenden Wiener Kleinbühnen des späten 19. und frühen 20. Jahrhunderts. Sie wurde 1889 von Bernhard Mathias Lautzky gegründet und brachte vor allem jüdische Jargonpossen sowie artistische, kabarettistische und varietéhafte Produktionen zur Aufführung.[1][2]
Geschichte
Die Budapester Orpheumgesellschaft entstand 1889 in Wien. Ihr erster künstlerischer Leiter war Josef Modl, der die Bühne gemeinsam mit Lautzky in der Anfangsphase prägte.[3] Schon früh entwickelte sich die Gesellschaft zu einem wichtigen Ort des Wiener Unterhaltungstheaters, an dem Volkssängertradition, Kabarett, Possenspiel und jüdischer Jargon in besonders charakteristischer Weise zusammentrafen.[4]
Die Budapester Orpheumgesellschaft verfügte zunächst nicht über ein fixes eigenes Haus, sondern gastierte an verschiedenen Orten. Belegt sind Auftritte im Prater, 1889 etwa Zum stillen Zecher, 1906 im Tivoli und ab 1908 im Edengarten, der Varietébühne des dritten Kaffeehauses. Diese bewegliche Spielweise war typisch für viele Unterhaltungstheater der Zeit.
Fürstenhof
1913 bezog die Budapester Orpheumgesellschaft eine eigene Spielstätte im Fürstenhof, 2., Praterstraße 25. Das Gebäude war 1913 errichtet worden; als Bauherr wird Georg Spielmann genannt. Das Theater, ehemals Rolandbühne, war von Johann Bayer ausgestattet und verfügte über 636 Sitzplätze.[5]
Mit diesem Haus erhielt die Bühne erstmals einen dauerhaften und repräsentativen Standort. Dort blieb sie bis zu ihrer Auflösung im Jahr 1919.
Künstler und Bedeutung
Zu den wichtigsten Darstellern der Budapester Orpheumgesellschaft gehörten Armin Berg, Heinrich Eisenbach, Ferdinand Grünecker, Hans Moser und Max Rott.[6] Gerade diese Namen zeigen, wie stark die Bühne mit der Entwicklung des Wiener Kabaretts, des Volkstheaters und der Kleinkunst verbunden war.
Die Budapester Orpheumgesellschaft gilt als eine der wichtigsten Vorläuferinnen des Wiener Kabaretts. Sie brachte jüdisches Milieu, Wiener Alltagssprache, satirische Szenen und populäre Unterhaltung in einer Form zusammen, die für die spätere Kabarett- und Kleinkunstszene der Stadt wegweisend wurde.[7][8]
Vorkommen in CityABC
Für CityABC ist die Budapester Orpheumgesellschaft vor allem über den Fürstenhof in der Praterstraße 25 sowie über ihre Bedeutung für die Wiener Kabarett- und Theatergeschichte interessant. Sie verbindet Themen wie jüdisches Wien, Kleinkunst, Varieté, Volkssängertradition und die Theaterlandschaft der Leopoldstadt.[9][10]
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Quellen
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Budapester_Orpheumgesellschaft
- ↑ https://musiklexikon.ac.at/ml/musik_B/Budapester_Orpheum_Gesellschaft.xml
- ↑ https://musiklexikon.ac.at/ml/musik_M/Modl_Josef.xml
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Budapester_Orpheumgesellschaft
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/F%C3%BCrstenhof
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Budapester_Orpheumgesellschaft
- ↑ https://musiklexikon.ac.at/ml/musik_B/Budapester_Orpheum_Gesellschaft.xml
- ↑ https://musiklexikon.ac.at/ml/musik_K/kabarett.xml
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Budapester_Orpheumgesellschaft
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/F%C3%BCrstenhof