Jedleseer Straße 79-83

Aus City ABC

Das Gebäude

Ein Bild.

Bezirk

21., Floridsdorf

Aliasadressen
=Jedleseer Straße 79-83
Bauensemble
Teil der Siedlung Jedlesee
Baujahr
1949-1955
Architekten (Bau)
Hermann Aichinger
Heinrich Schmid
Lois Welzenbacher
Norbert Mandl
Richard Pfob
Leo Nikolaus Bolldorf
Inhaltslizenz: CC-BY-SA 4.0

Das Gebäude - Architektur und Geschichte

Das Haus bildet den östlichen Auftakt der großen Wohnhausanlage Siedlung Jedlesee im 21. Bezirk. Die Anlage entstand in den Jahren 1949 bis 1955 in mehreren Bauabschnitten als kommunale Wohnsiedlung der Gemeinde Wien.[1][2]

Die Siedlung Jedlesee wurde nach den Plänen von Hermann Aichinger, Heinrich Schmid, Lois Welzenbacher, Norbert Mandl, Richard Pfob und Leo Nikolaus Bolldorf errichtet. Die Gesamtanlage hat 1253 Wohnungen, 131 Stiegen und 83 Lokale. Der Bau war ein wichtiger Beitrag zur Linderung der Wohnungsnot der Nachkriegszeit und gilt als erste kommunale Wohnsiedlung Wiens nach dem Zweiten Weltkrieg.

Der Bereich an der Jedleseer Straße gehört zu den höher ausgeführten Trakten der Anlage. Diese meist fünfgeschoßigen Bauteile liegen in geschlossener Bauweise an der verkehrsreichen Straßenseite und schirmen die dahinterliegenden, lockereren Wohnzeilen der Siedlung ab. Wiener Wohnen beschreibt diesen Abschnitt als das Mutterhaus mit dem Haupteingang der Anlage.

Architektonisch zeigt die Wohnhausanlage viele Merkmale des frühen Wiener Wohnbaus der 1950er Jahre. Die Fassaden sind insgesamt schlicht gehalten, werden aber durch tiefer gelegene Wandfelder, Erker, Risalite und unterschiedliche Fensterformen belebt. Nach Nordwesten nimmt die Höhe der Blöcke ab, während die Vielfalt der Fassadengestaltung zunimmt. Dadurch wirkt die Anlage nicht streng monoton, sondern trotz ihrer Größe vergleichsweise aufgelockert.

Das Gelände war nach dem Zweiten Weltkrieg stark kriegsbeschädigt. Zuvor standen hier niedrigere Wohnhäuser mit Lokalen in Privatbesitz. Diese Gebäude wurden, soweit sie nicht sanierungswürdig waren, abgetragen. 1949 wurde die Baubewilligung für den ersten von drei Bauabschnitten erteilt; bis 1955 war die gesamte Anlage fertiggestellt.

Die Siedlung Jedlesee

Die Anlage erstreckt sich weit über den Abschnitt Jedleseer Straße 79-83 hinaus und umfasst auch die Adressen Jedleseer Straße 79-95, Amperegasse 1-11 und 2-16, Frauenhofergasse 1-5, Christian-Bucher-Gasse 8-12 und 18, Coulombgasse 1-15 und 2-10, Schulzgasse 18-20, Ohmgasse 1-9 und 2-12 sowie Maxwellgasse 1-7.[3]

Die Siedlung trägt den Namen nach der 1901 benannten Jedleseer Straße und bewahrt damit die historische Ortsbezeichnung Jedlesee. Der Name des Ortes ist seit dem Jahr 1014 urkundlich belegt. Die Lage nahe dem Jedleseer Aupark und der Donau prägte das Gebiet lange Zeit; vor der Donauregulierung war es stark hochwassergefährdet und daher nur zögerlich besiedelt.

Von Anfang an war die Siedlung nicht nur als Wohnort, sondern auch als sozialer Infrastrukturraum gedacht. Zur Anlage gehörten bereits in der Entstehungszeit ein Kindergarten, eine Volksschule und später auch eine Sonderschule. Damit steht die Wohnanlage beispielhaft für den sozialen Städtebau der Wiener Nachkriegszeit.

Kunst am Bau

Die Siedlung Jedlesee verfügt über eine besonders reiche künstlerische Ausstattung. An der Adresse 79-83 befinden sich 30 Stiegen, an beinahe jedem Stiegenzugang sind Keramiken, Kacheln, Reliefs, Sgraffiti, Mosaike und Emailarbeiten zu finden. Diese Werke dienen nicht nur der Ausschmückung, sondern auch als visuelle Orientierung innerhalb der großen Anlage.

Für die Gesamtanlage nennt die Literatur unter anderem das Sgraffito Die vier Jahreszeiten von Leopold Schmid an einem Block zur Jedleseer Straße sowie zahlreiche figürliche und ornamentale Arbeiten verschiedener Künstlerinnen und Künstler.[4]


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Quellen