Anzengrube

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Anzengrube


Künstler- und Gelehrtenrunde
Art gesellige Wiener Künstler- und Gelehrtenvereinigung
Mittelpunkt Ludwig Anzengruber
Mitglieder Rudolf Alt, Franz Alt, Anton Bettelheim, Vinzenz Chiavacci, Ernst Juch, Josef Lewinsky, Ludwig Martinelli
Trefftage rund drei Jahrzehnte lang jeweils freitags
Wichtige Treffpunkte Das blaue Freihaus, 6., Gumpendorfer Straße; Goldener Löwe, 8., Kochgasse 24
Ende nach dem Tod Anzengrubers 1889 allmähliche Auflösung bis zum Ende der 1890er Jahre

Die Anzengrube war eine Wiener Künstler- und Gelehrtenvereinigung rund um Ludwig Anzengruber. Sie war kein formeller Verein im engeren Sinn, sondern eine über Jahre gewachsene gesellige Runde, in der sich Schriftsteller, Schauspieler, Maler und Gelehrte regelmäßig trafen. Gerade diese informelle Form macht sie kulturgeschichtlich interessant, weil sie beispielhaft für jene Wiener Stammtisch- und Wirtshauskultur steht, aus der viele persönliche und künstlerische Netzwerke des 19. Jahrhunderts hervorgingen. [1]

Geschichte

Die Anzengrube bildete sich um Ludwig Anzengruber, einen der bedeutendsten Wiener Dramatiker des 19. Jahrhunderts. Zu ihrem Kreis gehörten unter anderem Rudolf Alt, Franz Alt, Anton Bettelheim, Vinzenz Chiavacci, Ernst Juch, Josef Lewinsky und Ludwig Martinelli. Die Zusammensetzung der Runde zeigt, dass hier unterschiedliche Bereiche des Wiener Kulturlebens zusammenkamen: Malerei, Theater, Literatur und publizistische Öffentlichkeit. [2][3]

Die Treffen fanden über rund drei Jahrzehnte hinweg jeweils am Freitag statt. Versammelt wurde sich in verschiedenen Wiener Gasthäusern. Als wichtige Trefforte werden das Blaue Freihaus in der Gumpendorfer Straße sowie der Goldene Löwe in der Kochgasse 24 genannt. Damit war die Runde räumlich sowohl mit Mariahilf als auch mit der Josefstadt verbunden und bewegte sich in jenem halb privaten, halb öffentlichen Raum der Wiener Gasthäuser, der für das geistige Leben der Stadt im 19. Jahrhundert von großer Bedeutung war. [4][5]

Bedeutung

Die Anzengrube ist weniger durch formale Vereinsgeschichte als durch ihre Funktion als kultureller Kommunikationsraum wichtig. Solche Runden ermöglichten Austausch, Kritik, Geselligkeit und Vernetzung jenseits offizieller Institutionen. Im Umfeld Ludwig Anzengrubers gewann diese Runde besonderes Gewicht, weil hier Persönlichkeiten zusammentrafen, die das Wiener Kunst- und Theaterleben wesentlich mitprägten. [6][7]

Nach Anzengrubers Tod im Jahr 1889 verlor die Runde ihren Mittelpunkt. Sie löste sich in den folgenden Jahren allmählich auf und verschwand bis zum Ende der 1890er Jahre. Damit endete auch ein Stück jener alten Wiener Wirtshauskultur, in der geistige Geselligkeit und städtische Öffentlichkeit eng miteinander verbunden waren. [8]

Vorkommen in CityABC

Für CityABC ist die Anzengrube vor allem über Ludwig Anzengruber und ihre Wiener Treffpunkte interessant. Die Runde verbindet Literatur-, Theater- und Kunstgeschichte mit der Geschichte der Gasthäuser als kulturelle Orte. Besonders anschlussfähig sind dabei die Gumpendorfer Straße und die Kochgasse 24 als konkrete Wiener Schauplätze dieser Geselligkeit. [9][10]

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Quellen