Alt-Wiener-Bund
| Verein | |
|---|---|
| Gründung | 1922 |
| Profil | Vereinigung zur Erhaltung altwienerischer Volkssitten und Gebräuche |
| Ziele | Pflege von Volkssitten, Volkstrachten, Volkstänzen, Volksliedern und Brauchtum |
| Verbot | 1938 |
| Neugründung | 1945 |
| Früh belegte Adresse | 1., Riemergasse 16 (Heute:Hofburg) |
Der Alt-Wiener-Bund war eine 1922 gegründete Wiener Vereinigung zur Erhaltung altwienerischer Volkssitten und Gebräuche. Er gehört damit in den Bereich jener Vereine, die Brauchtum, Tracht, Volkslied, Tanz und populäre Formen städtischer Erinnerungskultur bewusst pflegten und öffentlich inszenierten. 1938 wurde der Verein verboten; 1945 erfolgte die Neugründung. [1]
Geschichte
Der Alt-Wiener-Bund entstand in der Zwischenkriegszeit in einem kulturellen Klima, das sich stark für das alte Wien, für lokale Traditionen und für volkstümliche Ausdrucksformen interessierte. Sein Ziel war die Bewahrung und Fortführung überlieferter Wiener Gebräuche. In einer zeitgenössischen Quelle wird der Verein als Vereinigung zur Erhaltung Alt-Wiener Volkssitten, Volkstrachten, Volkstänze, Volkslieder und Gebräuche beschrieben; als Adresse ist dort Wien 1, Niemergasse 16 angegeben. [2]
1938 wurde der Verein verboten. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam es 1945 zur Neugründung. Damit setzte der Alt-Wiener-Bund seine Tätigkeit über die politische Zäsur von Nationalsozialismus und Krieg hinweg fort. [3]
Tätigkeit und Brauchtum
Der Verein widmete sich der Pflege von Alt-Wiener Brauchtum in einem sehr weiten Sinn. Dazu gehörten Trachten, Lieder, Tänze und traditionelle Feste. Für 1935 ist etwa ein großer Dreikönigsumzug des Alt-Wiener-Bundes in Wien belegt. Solche Veranstaltungen zeigen, dass der Verein Brauchtum nicht nur dokumentierte, sondern auch öffentlich aufführte und damit im Stadtraum sichtbar machte. [4]
Auch in der Erinnerungskultur war der Verein aktiv. An der Franz-Wolfsecker-Gedenktafel in der 3., Boerhaavegasse 23, wird ausdrücklich festgehalten, dass sie vom Alt-Wiener-Bund gestiftet wurde. Das zeigt, dass der Verein nicht nur Brauchtum pflegte, sondern auch an der Traditionsbildung rund um Wiener Persönlichkeiten mitwirkte. [5]
Bedeutung
Der Alt-Wiener-Bund ist ein interessantes Beispiel dafür, wie Wien im 20. Jahrhundert sein eigenes Bild von Alt-Wien aktiv gestaltete. Der Verein bewegte sich zwischen Brauchtumspflege, städtischer Festkultur und populärer Erinnerung. Er gehört damit sowohl zur Kulturgeschichte Wiens als auch zur Geschichte jener Milieus, die traditionelle Formen des Wiener Lebens bewusst bewahren wollten. [6][7]
Vorkommen in CityABC
Für CityABC ist der Alt-Wiener-Bund vor allem im Zusammenhang mit Wiener Brauchtum, Volkskultur und Erinnerungskultur interessant. Konkrete Anknüpfungspunkte sind die frühe Adresse in der Niemergasse sowie die vom Verein gestiftete Franz-Wolfsecker-Gedenktafel in der Boerhaavegasse 23. [8][9]
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Quellen
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Alt-Wiener-Bund
- ↑ https://www.findbuch.at/files/content/adressbuecher/1936_bsoe_ksk/12__Gedenkblatt.pdf
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Alt-Wiener-Bund
- ↑ https://austria-forum.org/af/Wissenssammlungen/ABC_zur_Volkskunde_%C3%96sterreichs/Dreik%C3%B6nigstag
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Franz-Wolfsecker-Gedenktafel
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Alt-Wiener-Bund
- ↑ https://www.volkskundemuseum.at/jart/prj3/volkskundemuseum/data/publikation/1524345938374/1524345938374.pdf
- ↑ https://www.findbuch.at/files/content/adressbuecher/1936_bsoe_ksk/12__Gedenkblatt.pdf
- ↑ https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Franz-Wolfsecker-Gedenktafel