Alois-Kraus-Promenade

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Alois-Kraus-Promenade

Alois-Kraus-Promenade

Bezirk
13., Hietzing - Lainz
Benennung
1955
Benannt nach
Alois Kraus
Länge in Metern
767,54
Gehzeit in Minuten
9,25
Vorherige Bezeichnungen
Promenadeweg


Namensgebung und Geschichte

Die Promenade, die vorher "Promenadeweg" hieß, wurde am 8.6.1955 nach dem Direktor der Schönbrunner Tiergartens (1879-1919, Alois Kraus benannt.

Die Promenade hieß ursprünglich Promenadeweg und verlief als Spazierweg am Fuß des bewaldeten Küniglbergs, direkt oberhalb der Lainzer Straße. Am 8. Juni 1955 erhielt sie den Namen Alois-Kraus-Promenade zu Ehren des Beamten und Managers Alois Kraus (* 22. Mai 1840 Wien, † 6. April 1926 Wien) . Kraus war von 1879 bis 1919 Direktor der Menagerie Schönbrunn und formte den Tiergarten von einer höfischen Menagerie zu einer Institution für Wissenschaft und Volksbildung; in seiner Amtszeit erreichte der Tierbestand mit über 3.400 Tieren in mehr als 700 Arten einen historischen Höchststand.[1]

Historische Darstellungen des Lainzerbachs berichten, dass der Bach vor seiner Regulierung entlang der heutigen Trasse der Promenade floss und in diesem Bereich bis in die 1920er-Jahre das Lainzer Bad bestand.[2]

Der Weg am Küniglberg – Verlauf und Umgebung

Die Alois-Kraus-Promenade folgt als Fußweg dem Nordhang des Küniglbergs und bildet einen begrünten Freiraum zwischen den Wohngebieten von Lainz und dem Waldgebiet des Küniglbergs. Ausgangspunkt ist der Bereich Lainzer Straße beim Franz-Rosenberger-Hof; von hier zieht sich der Weg leicht ansteigend und mit sanften Kurven entlang des Waldrandes bis zur Gloriettegasse beziehungsweise Veitingergasse, wo er in weitere Wohnstraßen und Spazierwege übergeht.[3]

Der Weg wird vor allem von Spaziergängerinnen und Spaziergängern, Joggerinnen und Joggern, Hundebesitzerinnen und Hundebesitzern sowie von Radfahrenden genutzt und ist Teil mehrerer lokalen Wander- und Laufstrecken rund um den Küniglberg. In Umwelt- und Bezirksberichten wird der Hangwald entlang der Promenade als wertvoller Stadtwald mit typischen Wienerwaldbäumen beschrieben; in der Saison ist der Bereich auch für Bärlauchsammlerinnen und Bärlauchsammler attraktiv.[4]

Nahe der Promenade wurde ein geologischer Lehrpfad am Küniglberg eingerichtet, der mit Informationstafeln zur Erdgeschichte und Geologie des Wienerwaldes über die Alois-Kraus-Promenade erschlossen wird.[5]

Hinweisschilder im Verbindungsweg bei der Lainzer Straße weisen darauf hin, dass der Zugang zur Promenade im Winter nicht geräumt oder gestreut wird und die Benutzung daher auf eigene Gefahr erfolgt.[6]

Besondere WCs

An der Einmündung der Gloriettegasse befindet sich ein historisches Pissoir, das 1909 von der auf öffentliche Bedürfnisanstalten spezialisierten Firma des Bauunternehmers Wilhelm Beetz errichtet wurde. [7]

Das kleine Bauwerk wird in Fachpublikationen zu den Kleinbauten der Stadt Wien als typisches Beispiel der von Beetz entwickelten standardisierten Pissoirtypen genannt und ist zugleich Teil der lokalen Sammlung historischer Bedürfnisanstalten in Hietzing.[8]

Häuser der Straße

  • keine

Die Alois-Kraus-Promenade ist primär ein Fußweg im Grünraum und weist selbst keine fortlaufenden Hausnummern oder direkte Straßenfrontbebauung auf. Die angrenzende Wohnbebauung orientiert sich überwiegend zur Lainzer Straße sowie zu den höher gelegenen Gassen am Küniglberg (unter anderem Gloriettegasse, Veitingergasse).[9]

Historisch interessant sind die Beziehungen des Weges zu früheren Anlagen wie dem Lainzer Bad sowie zu den Wohnhausanlagen der Nachkriegszeit an der Lainzer Straße, die in der Hietzinger Lokalgeschichtsliteratur näher beschrieben werden.[10]

Praktische Hinweise

Erreichbarkeit
Öffentliche Anbindung primär über die U4-Station Hietzing mit Straßenbahn- und Busknoten (unter anderem Linien 10, 58, 60) sowie über mehrere Buslinien entlang der Lainzer Straße und Gloriettegasse; von dort führen kurze Fußwege zu den jeweiligen Zugängen der Promenade.[11]
Lage/Charakter
Längere, durchgehende Fußwegverbindung am Waldrand des Küniglbergs zwischen Lainzer Straße und Gloriettegasse; überwiegend naturbelassener Weg im leichten Gefälle bzw. Anstieg, ohne Kfz-Verkehr.
Besichtigungstipps
Als Teil eines Spaziergangs oder einer kleinen Wanderung gut mit einem Besuch des Küniglberg-Waldes, eines Abstechers in den Schlosspark Schönbrunn oder eines Rundgangs durch das Villenviertel um Gloriettegasse und Veitingergasse kombinierbar; unterwegs Ausblicksstellen Richtung Hietzing sowie der geologische Lehrpfad und das historische Pissoir an der Gloriettegasse.


Navigation

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Quellen

  1. Felix Czeike: Historisches Lexikon Wien. Bd. x., Kremayr & Scheriau, Wien 1992, S. 57
  2. Gerhard Weissenbacher: »Der Lainzerbach« und »In Hietzing gebaut«, lokalhistorische Reihe des Bezirksmuseums Hietzing (1133.at) mit Beschreibung des Bachverlaufs entlang des Küniglbergs und Verortung des ehemaligen Lainzer Bads im Bereich der späteren Alois-Kraus-Promenade; Hietzing.at: Beitrag »Der Lainzerbach« zur Bachregulierung.
  3. Wiener Wohnen: Franz-Rosenberger-Hof mit Hinweis auf die städtebauliche Situation an der Einmündung der Alois-Kraus-Promenade in die Lainzer Straße; Pacer-App und andere Routenplaner mit kartierter Route der Alois-Kraus-Promenade als rund 0,5 Meilen langer Spazierweg (pacer.com); Tourenberichte zur Hietzinger »Drei-Hügel-Tour« über Küniglberg, Alois-Kraus-Promenade und Roten Berg.
  4. Wildurb: Blogbeitrag »Harte Kontraste: Vom Ghetto nach Hietzing« mit Beschreibung des Küniglbergs als Waldgebiet ab der Alois-Kraus-Promenade und Erwähnung von Bärlauch und Parasolpilzen; Hietzing-bezogene Umweltberichte und Blogeinträge zum Naturschutzgebiet Stadtwald Küniglberg (zukunft-stadtbaum.at).
  5. Hietzing.at: Veranstaltungshinweis zur Eröffnung des geologischen Lehrpfades am Küniglberg mit Angabe der Alois-Kraus-Promenade als Veranstaltungsort.
  6. Foto und Bildbeschreibung »Verbindung Lainzer Straße 85 / Alois Kraus Promenade« auf Wikimedia Commons (Sign Lainzer Straße 85, Vienna.jpg) mit Warnhinweis zum fehlenden Winterdienst.
  7. http://www.architektenlexikon.at/de/33.htm
  8. Claudia Freya Lingenhöls Arbeit »Kleinbauten der Stadt Wien« (Technische Universität Wien, 2021) mit Erwähnung der Pissoirs von Beetz, darunter das Pissoir an der Alois-Kraus-Promenade; thematische Darstellungen zu Wilhelm Beetz und den Wiener Bedürfnisanstalten, etwa sagen.at und beetz.at.
  9. Stadtplan- und Luftbildauswertungen (OpenStreetMap, Stadt Wien Stadtplan) sowie Beschreibungen der Wohnhausanlage Franz-Rosenberger-Hof an der Lainzer Straße mit Hinweis auf den Anschluss an die Alois-Kraus-Promenade.
  10. Gerhard Weissenbacher: lokalhistorische Darstellungen in der Reihe »Fenster in die Vergangenheit« des Bezirksmuseums Hietzing (1133.at) mit Verweisen auf das Lainzer Bad und die Bebauung entlang der Lainzer Straße nahe der Alois-Kraus-Promenade.
  11. Linien- und Routeninformationen zu Gloriettegasse und Lainzer Straße in Hietzing, z. B. über Moovit (Haltestellen und Linienübersicht) sowie Wiener-Linien-Fahrplanservices.