Acht Künstlerinnen

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Acht Künstlerinnen


Künstlerinnengruppe
Art informelle Wiener Ausstellungsgruppe von Künstlerinnen
Gründung 1901; nach neuerer Forschung bereits 1900
Auflösung 1906; nach neuerer Forschung Ausstellungen bis 1912
Sitz Wien
Wichtiger Ausstellungsort Parkring 2, Kunstsalon Pisko
Mitglieder Olga Wisinger-Florian, Marie Egner, Marianne von Eschenburg, Susanne Granitsch, Marie Müller, Teresa Feodorowna Ries, Bertha von Tarnóczy, Eugenie Breithut-Munk

Die Acht Künstlerinnen, auch Gruppe der acht Künstlerinnen, waren eine Wiener Ausstellungsgruppe von Malerinnen, Grafikerinnen und Bildhauerinnen um 1900. Anders als der Titel der Seite vermuten lassen könnte, handelte es sich nicht um einen formal organisierten Verein mit Statut, sondern um eine informelle Künstlerinnengruppe, die sich zusammenschloss, um in der männlich dominierten Wiener Kunstszene eigene Ausstellungsmöglichkeiten zu schaffen.[1][2]

Geschichte

Die Gruppe bestand aus acht namhaften Künstlerinnen: Eugenie Breithut-Munk, Marie Egner, Marianne von Eschenburg, Susanne Granitsch, Marie Müller, Teresa Feodorowna Ries, Bertha von Tarnóczy und Olga Wisinger-Florian. Nach der ÖNB-Datenbank Frauen in Bewegung wurde die Gruppe 1901 gegründet und 1906 wieder aufgelöst. Neuere kunsthistorische Forschung datiert die eigentliche Entstehung bereits in das Jahr 1900 und verfolgt gemeinsame Aktivitäten bis 1912. Für die Geschichte der Wiener Künstlerinnenbewegung ist diese Gruppe deshalb besonders wichtig, weil sie zu den frühesten eigenständigen Ausstellungsgemeinschaften von Frauen in Wien zählt.[3][4][5]

Besonders bemerkenswert ist, dass die Künstlerinnen damals von etablierten Künstlervereinigungen und wichtigen Ausstellungshäusern oft ausgeschlossen waren oder dort nur eingeschränkte Möglichkeiten hatten. Die Acht Künstlerinnen eroberten sich daher mit ihren eigenen Schauen einen anerkannten Präsentationsraum in der Wiener Kunstszene. Damit nahmen sie eine Vorreiterinnenrolle für spätere Künstlerinnenverbände ein.[6][7]

Ausstellungen

Die Gruppe stellte in ein- bis zweijährigen Abständen im Kunstsalon Pisko aus. Diese Ausstellungen trugen den Titel 8 Künstlerinnen und ihre Gäste und wurden durch eingeladene weitere Künstlerinnen ergänzt. Für die fünfte Ausstellung ist ein Katalog aus dem Jahr 1909 nachweisbar. Der Kunstsalon Pisko war einer der bedeutenden Wiener Ausstellungsorte des Fin de Siècle und befand sich zunächst in Wien 1, Parkring 2.[8][9][10]

Die Ausstellungen waren nicht nur künstlerische Präsentationen, sondern auch gesellschaftliche Ereignisse. Zeitgenössische Berichte heben hervor, dass die Künstlerinnen die Besucherinnen und Besucher selbst empfingen und durch die Schauen führten. Zugleich diente dieses Format dazu, anderen Künstlerinnen aus dem In- und Ausland Sichtbarkeit zu verschaffen.[11]

Bedeutung

Die Bedeutung der Acht Künstlerinnen liegt weniger in einem einheitlichen Stilprogramm als in ihrer kulturhistorischen Rolle. In einer Zeit, in der Frauen in der Wiener Kunstwelt noch um Anerkennung und institutionellen Zugang ringen mussten, schufen sie ein eigenes Forum für weibliches Kunstschaffen. Ihre Aktivitäten können als wichtiger Schritt auf dem Weg zu späteren Künstlerinnenvereinigungen und zu einer selbstbewussteren Präsenz von Frauen im Wiener Ausstellungswesen gesehen werden.[12][13]

Vorkommen in CityABC

Für CityABC ist die Gruppe vor allem über den Kunstsalon Pisko in Parkring 2 relevant. Dort fanden mehrere ihrer Ausstellungen statt. Der Ort gehört damit zu jenen Wiener Adressen, an denen sich frühe Netzwerke weiblicher Kunstproduktion und Selbstorganisation konkret fassen lassen.[14][15]

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Quellen