ARABÖ - Arbeiter-Radio-Bund Österreichs
| Verein | |
|---|---|
| Namensformen | Freier Radiobund; seit 1927 Arbeiter-Radio-Bund Österreichs (ARABÖ) |
| Gründung | März 1924 |
| Profil | sozialdemokratisch geprägter Rundfunkverein, technische Beratung, Radiobasteln, politische Interessenvertretung im frühen Rundfunk |
| Mitgliederzahl | 1931 über 13.000 |
| Politischer Einfluss | vier Sitze im Programmbeirat der RAVAG |
| Verkaufslokal | 5., Margaretengürtel 12/12A |
| Verbot | 1934 |
Der Arbeiter-Radio-Bund Österreichs, kurz ARABÖ, war eine der wichtigsten Organisationen der sozialdemokratischen Arbeiterbewegung im Bereich des neuen Mediums Rundfunk. Er wurde im März 1924 zunächst als Freier Radiobund gegründet und nannte sich seit 1927 Arbeiter-Radio-Bund Österreichs. Ziel war es, den Zugang zum Rundfunk in der Arbeiterschaft zu verbreiten, technische Kenntnisse zu vermitteln und auf die Programmgestaltung des österreichischen Radios Einfluss zu nehmen.
Geschichte
Die Entstehung des Bundes steht im Zusammenhang mit den Anfängen des Rundfunks in Österreich. Nach frühen Probesendungen privater Firmen ab 1. April 1923 begann am 1. Oktober 1924 der reguläre Sendebetrieb der Radioverkehrs-AG, kurz RAVAG, die von Bundesregierung, Stadt Wien sowie Banken und Industrieunternehmen getragen wurde.
In diesem Umfeld gründeten Sozialdemokraten im März 1924 den Freien Radiobund. Die Organisation verstand sich von Anfang an nicht nur als politische Interessenvertretung, sondern auch als praktische Hilfestelle für Radiobesitzer und Radiobastler. 1927 erfolgte die Umbenennung in Arbeiter-Radio-Bund Österreichs.
Bis 1931 war die Mitgliederzahl auf über 13.000 angewachsen. Damit gehörte der ARABÖ zu den erfolgreicheren kultur- und technikbezogenen Vorfeldorganisationen der sozialdemokratischen Bewegung in der Ersten Republik. 1934 wurde der Bund verboten. [1] [2] [3] [4] <ref>https://www.geschichtewiki.wien.gv.at/Rundfunk</ref
Tätigkeit
Ein Schwerpunkt der Tätigkeit lag im technischen Bereich. Der ARABÖ gab Anleitungen zum Selbstbau von Radioapparaten, veranstaltete Kurse und bot Beratungen an. Für viele Arbeiterhaushalte war dies besonders wichtig, weil Radiogeräte in der Anfangszeit teuer waren und technische Hilfe beim Aufbau und Betrieb oft fehlte.
Mit dem Verkaufslokal am Margaretengürtel 12–12A verfügte der Bund auch über einen konkreten Wiener Standort, an dem Beratung, technische Unterstützung und Vertrieb zusammenliefen.
Politischer Einfluss
Der ARABÖ war auch medienpolitisch von Bedeutung. Er verfügte über vier Sitze im Programmbeirat der RAVAG und konnte dadurch verschiedene programmatische Erfolge erzielen. Dazu gehörten Sendungen der Arbeiterkammer, Übertragungen von Arbeitersymphoniekonzerten, Berichte vom Arbeitersport sowie spezielle Sendungen zum 1. Mai und zum 12. November.
Damit zeigt sich, dass der ARABÖ das neue Medium Rundfunk nicht bloß als Technik verstand, sondern als kulturellen und politischen Raum, in dem die Arbeiterbewegung sichtbar und hörbar werden sollte.
Bedeutung
Der Arbeiter-Radio-Bund Österreichs ist ein aufschlussreiches Beispiel dafür, wie rasch die sozialdemokratische Bewegung auf neue Medien reagierte. Der Verein verband politische Medienarbeit mit praktischer Technikvermittlung und trug dazu bei, den Rundfunk als Alltagsmedium auch in der Arbeiterschaft zu verbreiten.
Für CityABC ist der ARABÖ besonders interessant, weil er Mediengeschichte, Arbeiterbewegung und Wiener Stadtgeschichte miteinander verbindet. Ein konkreter Bezugspunkt ist das Verkaufslokal am Margaretengürtel 12–12A, während die Geschichte des Vereins zugleich in den größeren Zusammenhang von Rundfunk und RAVAG in Wien gehört.
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